Biografie

Vicki Vomit kommt aus Ödfurt, einer kleinen Stadt in der Nähe von Russland. Eines Tages war er es leid, den ganzen Tag auf dem Ofen zu sitzen und russische Fellmützen zu nähen, und so zog er in die Welt hinaus, um sein Glück zu suchen. Mit ihm waren ein Schlagzeuger und ein Bassist, die in Ödfurt keiner mehr haben wollte, weil sie immer so laut übten. Mangels einer anderen Möglichkeit des Gelderwerbes (Vicki vermeidet es strickt zu arbeiten), traten sie in den Städten und Dörfern als Musikgruppe auf und wurden meist reichlich beschenkt, auf dass sie weiterzögen.



Eines Tages hielt ein furchtbar langes, schneeweißes Auto am Straßenrand, und heraus stieg der dicke Mann aus der großen Stadt in der Nähe von Amerika. Er zeigte mit seiner Zigarre auf Vicki und sagte: "Du hast drei Wünsche frei". Da fasste sich Vicki ein Herz und sagte: "Ich hätte gerne viele Dukaten, eine von diesen modernen elektrischen Balalaikas und extremen kommerziellen Erfolg". Der dicke Mann grinste und sagte: "So soll es sein, aber zuvor unterschreibe mir diesen Vertrag". Vicki zog brav sein Messer hervor, ritzte seinen Zeigefinger und unterschrieb den Vertrag mit seinem Blute. Darauf stieg der dicke Mann wieder in sein furchtbar langes, schneeweißes Auto und sauste davon, und alle schworen hinterher Stein und Bein, dass er auf dem linken Fuß gehinkt hätte.

Als sie aber in die nächste Stadt kamen, wurden sie schon erwartet. Überall hingen Plakate, die sie willkommen hießen und das Volk harrte ihrer bereits auf dem Marktplatz. Vickis alte Balalaika hatte sich auf wundersame Weise in eine elektrische Gitarre verwandelt, und als sie zu spielen anhuben, geriet das Volk völlig aus dem Häuschen und die Weibspersonen schmissen nach ihnen mit ihren Unterkleidern. Der Stadtkämmerer überhäufte sie mit Dukaten, und so nahmen sie Quartier im besten Gasthofe. In der Nacht aber, als Vicki schlief, erschien ihm der dicke Mann im Traum. Er lachte böse und roch nach Schwefel und rief: "Ei, nun gib mir meinen Anteil!" Da erschrak Vicki, denn sie hatten die Dukaten alle noch am selben Abend verzecht. Der dicke Mann aber schrie: "Dummkopf, hat er seinen Vertrag nicht gelesen, von seiner Seele gebührt mir Zins!" und er langte in Vicki hinein und holte seine Seele heraus. Da lag Vickis Seele nun und glänzte im silbernen Mondlicht. Der dicke Mann aber zog sein Messer und schnitt sich eine dünne silberne Scheibe ab, worauf er mit lautem Getöse mitten im Erdboden verschwand.

Als Vicki am nächsten Morgen aufwachte, dachte er, er hätte alles nur geträumt, aber dann sah er neben dem Bett die elektrische Gitarre und seine Gefährten warteten schon vor dem Gasthof mit einem Fuhrwerk, um in die nächste Stadt zu ziehen.

So ziehen sie seit diesem Tage durch die Welt, von einer Stadt zur anderen und werden mit Dukaten und mancherlei Ruhm überhäuft, und Nacht für Nacht holt sich der dicke Mann eine dünne silberne Scheibe von Vickis Seele.

Die silbernen Scheiben aber nimmt der dicke Mann mit in die große Stadt in der Nähe von Amerika und verkauft sie zu überhöhten Preisen an Leichtgläubige im lokalen Plattenhandel als digitale Tonträger. Und wenn Du, Fremder, eines Tages einen solchen Silberling erwirbst, dann halte ihn in Ehren, denn siehe, es ist ein Stück Seele.

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